Das Wichtigste in Kürze
Ein Fernstudium finanzierst du am günstigsten in dieser Reihenfolge: erst Zuschüsse prüfen (Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG, Arbeitgeber), dann die Kosten über Ratenzahlung auf die Studiendauer strecken und als Werbungskosten von der Steuer absetzen — und erst zuletzt einen Kredit aufnehmen. Die meisten berufsbegleitend Studierenden kombinieren mehrere Modelle, weil keine Förderung allein alles abdeckt.
Ein Fernstudium kostet — je nach Format — von einigen hundert Euro für einen Zertifikatskurs bis zu einem fünfstelligen Betrag für einen Bachelor oder Master. Die gute Nachricht: Kaum jemand zahlt die Summe auf einen Schlag, und viele zahlen sie nicht einmal allein. Dieser Ratgeber sortiert die Finanzierungsmodelle — vom geschenkten Zuschuss bis zum Kredit als letzter Option.
Welche Finanzierungsmodelle gibt es im Überblick?
Die sinnvolle Prüfreihenfolge: erst Geld, das du nicht zurückzahlst, dann Strecken und Steuern, zuletzt Leihen.
| Modell | Für wen geeignet | Was es bringt |
|---|---|---|
| Bildungsgutschein | Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte | bis 100 % der Kosten (nur AZAV-Kurse) |
| Aufstiegs-BAföG | Fachwirt, Meister & Co. — auch im Fernlernen | 50 % Zuschuss plus Darlehen mit Teilerlass |
| Arbeitgeber | Beschäftigte mit jobnahem Studienziel | volle oder anteilige Kostenübernahme |
| Ratenzahlung | praktisch alle Fernstudierenden | Kosten verteilen sich auf die Studiendauer |
| Steuer (Werbungskosten) | Berufstätige mit Erstausbildung | oft mehrere hundert Euro Erstattung pro Jahr |
| Stipendien | Berufserfahrene mit sehr gutem Abschluss | Zuschüsse ohne Rückzahlung |
| Kredit | wenn alles andere nicht reicht | Liquidität jetzt, Kosten später (plus Zinsen) |
Zuschüsse zuerst: Wann zahlt der Staat dein Fernstudium?
Zwei staatliche Töpfe kommen infrage — allerdings mit klaren Grenzen:
- Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernimmt bis zu 100 % der Kosten — aber nur für AZAV-zertifizierte Weiterbildungen, nicht für akademische Studiengänge. Viele Fernlehrgänge (z. B. im Gesundheits- und Therapiebereich) erfüllen das.
- Das Aufstiegs-BAföG fördert Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt oder Betriebswirt mit 50 % Zuschuss auf bis zu 15.000 Euro Lehrgangskosten — unabhängig von Alter und Einkommen, auch berufsbegleitend im Fernlernformat. Zuständigkeit und Online-Antrag findest du auf aufstiegs-bafoeg.de.
- Klassisches Studenten-BAföG scheidet im berufsbegleitenden Fernstudium meist aus, da es grundsätzlich Vollzeitausbildungen voraussetzt.
- Einige Bundesländer bezuschussen Weiterbildung zusätzlich über Bildungsschecks oder Qualifizierungsschecks — die Programme ändern sich häufig, prüfe den aktuellen Stand deines Bundeslands.
- Für Berufserfahrene mit sehr gutem Ausbildungsabschluss gibt es außerdem Stipendienprogramme des Bundes (etwa das Aufstiegsstipendium für ein Erststudium neben dem Beruf) — Zuschüsse, die du nicht zurückzahlst, aber mit Auswahlverfahren.
Wichtig für die Praxis: Ob dein Wunschkurs förderfähig ist, hängt am Anbieter. Fernhochschulen wie die Allensbach Hochschule sind staatlich anerkannt, viele Fernlehrgangsanbieter wie das BTB führen AZAV-zertifizierte und AFBG-förderfähige Kurse im Programm — frag vor der Anmeldung gezielt danach und lass dir die Förderfähigkeit schriftlich bestätigen.
Arbeitgeber beteiligen: der unterschätzte Hebel
Wenn dein Studienziel zum Unternehmen passt, ist der Arbeitgeber oft die größte Geldquelle — von der vollen Kostenübernahme bis zum Zuschuss pro Semester. Üblich sind drei Varianten:
- Volle oder anteilige Kostenübernahme, meist gegen eine Bindungsvereinbarung (du bleibst z. B. zwei Jahre nach Abschluss).
- Bezahlte Freistellung für Prüfungen und Präsenzphasen, etwa über Bildungsurlaub.
- Flexible Arbeitszeitmodelle, die dir Lernzeit verschaffen, ohne das Gehalt zu kürzen.
Bereite das Gespräch wie einen Business Case vor: Welche Aufgaben kannst du nach dem Abschluss übernehmen, welche Lücke im Team schließt du damit?
Ratenzahlung und Steuer: die Basis fast jeder Finanzierung
Fernstudienanbieter rechnen fast immer in monatlichen Raten über die Studiendauer ab — aus 12.000 Euro Gesamtkosten werden so z. B. rund 330 Euro pro Monat über 36 Monate. Das macht die Finanzierung für Berufstätige mit laufendem Gehalt oft ohne Kredit möglich. Achte auf:
- Gesamtpreis vergleichen, nicht nur die Monatsrate (Laufzeiten unterscheiden sich).
- Kostenlose Verlängerungszeiten, falls du länger brauchst.
- Kündigungsregeln nach Fernunterrichtsschutzgesetz — seriöse Anbieter nennen sie transparent.
- Probelektion oder Testphase nutzen, bevor du unterschreibst.
Dazu kommt die Steuer: Als berufsbezogene Fortbildung sind Studiengebühren, Fachliteratur, Arbeitsmittel und Fahrtkosten Werbungskosten ohne Obergrenze. Bei einem Fernstudium für mehrere tausend Euro im Jahr ist die Erstattung spürbar — die Details stehen im Ratgeber Weiterbildung steuerlich absetzen.
Wann ist ein Kredit sinnvoll — und welcher?
Ein Kredit ist das Modell der letzten Meile: sinnvoll, wenn Zuschüsse ausgeschöpft sind und die Rate dein Budget übersteigt. Die Optionen reichen vom staatlich verbilligten KfW-Darlehen im Rahmen des Aufstiegs-BAföG über den Bildungskredit für Studierende bis zum normalen Ratenkredit. Wann sich geliehenes Geld rechnet und welche Konditionen gelten, haben wir separat aufgeschlüsselt: Bildungskredit — wann lohnt sich geliehenes Geld?
Wie kombinierst du die Modelle am klügsten?
In der Praxis trägt selten ein Modell allein das ganze Fernstudium. Ein bewährtes Vorgehen:
- Förderfähigkeit klären: Ist dein Wunschkurs AZAV-zertifiziert oder AFBG-förderfähig? Das entscheidet über Zuschüsse.
- Arbeitgeber fragen — mit konkretem Nutzenargument für das Unternehmen.
- Ratenmodell wählen, das zu deinem Monatsbudget passt (inklusive Puffer).
- Steuererstattung einplanen und jährlich geltend machen.
- Kredit nur für die Lücke, die danach noch bleibt.
So bleibt das finanzielle Risiko klein — und du kannst dich auf das konzentrieren, was im Fernstudium wirklich zählt: durchhalten und abschließen.
Häufige Fragen
Wie kann ich ein Fernstudium finanzieren, wenn ich berufstätig bin?
Prüfe zuerst, ob dein Arbeitgeber sich beteiligt — viele Unternehmen übernehmen Kosten ganz oder teilweise, wenn das Studium zum Job passt. Den Rest streckst du über die monatliche Ratenzahlung des Anbieters und holst dir über die Steuererklärung einen Teil zurück, denn berufsbezogene Studienkosten sind Werbungskosten.
Zahlt die Arbeitsagentur ein Fernstudium?
Ein akademisches Fernstudium in der Regel nicht — der Bildungsgutschein fördert berufliche Weiterbildungen mit AZAV-Zertifizierung, keine Hochschulstudiengänge. AZAV-zertifizierte Fernlehrgänge (etwa Umschulungen oder Zertifikatskurse) können dagegen bis zu 100 Prozent gefördert werden. Frag den Anbieter konkret, welche Kurse gutscheinfähig sind.
Gibt es BAföG für ein Fernstudium?
Klassisches BAföG gibt es praktisch nur für Vollzeitstudiengänge und ist im berufsbegleitenden Fernstudium meist ausgeschlossen. Interessanter ist das Aufstiegs-BAföG: Es fördert Fachwirt-, Meister- und vergleichbare Aufstiegsfortbildungen — auch im Fernlernformat — mit 50 Prozent Zuschuss, unabhängig von Alter und Einkommen.
Passende Anbieter zu diesem Thema
Die folgenden Anbieter passen inhaltlich zu diesem Artikel. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links — so finanzieren wir uns.