Studiengang-Vergleich

Fernstudium Informatik 2027: Welche Hochschule lohnt sich wirklich?

5 Hochschulen im ehrlichen Vergleich — von der Fernuni Hagen (ca. 2.100 €) bis zur Privaten für ca. 19.300 €. Kosten, Mathe-Anteil, Spezialisierungen.

bildungsweiser Redaktion · 31. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

Fünf Hochschulen bieten den Informatik-Bachelor (180 ECTS) komplett im Fernstudium an. Die Preisspanne ist extrem: Die staatliche Fernuni Hagen kostet insgesamt nur rund 2.100 €, private Fernhochschulen verlangen ca. 13.900 bis 19.300 € — dafür mit monatlichem Start, flexiblen Online-Klausuren und mehr Betreuung. Die ehrlichste Zulassungshürde steht in keiner Werbebroschüre: der Mathe- und Theorieanteil, an dem die meisten Abbrüche hängen.

Informatik im Fernstudium: Anbieter im Vergleich

Sortierung alphabetisch. Kosten laut Anbieter (Stand: Oktober 2026); Bewertungen stammen von der jeweils verlinkten externen Plattform. Mit „Partner“ markierte Anbieter vergüten Vermittlungen (Transparenz) — auf Auswahl und Darstellung hat das keinen Einfluss.

Anbieter Abschluss Dauer Gesamtkosten Bewertung Aktion
AKAD University B.Sc. Informatik, 180 ECTS 36–72 Monate ca. 14.004–15.768 € zzgl. 960 € Prüfungsgebühr 4,5/5 (29) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
Fernuniversität in Hagen (staatlich) B.Sc. Informatik, 180 ECTS 36 Monate (Vollzeit); Teilzeit flexibel, ca. 72 Monate ca. 2.100 € (gesamt, Vollzeit) — Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
IU Internationale Hochschule B.Sc. Informatik, 180 ECTS 36–72 Monate ca. 15.063–19.347 € 4,4/5 (160) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
SRH Fernhochschule B.Sc. Angewandte Informatik, 180 ECTS 36 Monate (Zahlmodelle 36–72 Monate) ca. 16.164–17.928 € 4,6/5 (4) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
Wilhelm Büchner Hochschule B.Sc. Informatik, 180 ECTS 36 Monate (+ 18 Monate kostenlose Verlängerung) ca. 13.943 € inkl. Prüfungsgebühren (lt. ZFU-Datenbank) 3,0/5 (2) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)

Informatik ist das Fach, bei dem das Fernformat am wenigsten Reibung erzeugt: Programmieren, Software-Projekte und Online-Klausuren passen natürlich zum Lernen am eigenen Rechner. Fünf Hochschulen bieten den Bachelor komplett im Fernstudium an, und die Preisspanne reicht von rund 2.100 € bis fast 19.300 €. Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten, der ZFU-Zulassungsdatenbank bzw. den verlinkten Bewertungsplattformen (Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr); keiner der gelisteten Anbieter ist aktuell Partner von bildungsweiser.

Was erwartet dich im Informatik-Fernstudium?

Der Bachelor umfasst überall 180 ECTS-Punkte, der Kern ist weitgehend standardisiert:

  • Programmierung und Softwaretechnik: meist Java oder Python zum Einstieg, dazu Algorithmen und Datenstrukturen, Software Engineering, Datenbanken
  • Mathematik und Theorie: Lineare Algebra, Analysis, Logik, theoretische Informatik — der anspruchsvollste Block (dazu gleich mehr)
  • Systeme: Betriebssysteme, Rechnerarchitektur, Netzwerke, IT-Sicherheit
  • Spezialisierung: je nach Hochschule KI, Data Science, Web-Entwicklung oder Wirtschaftsinformatik-Anteile
  • Abschlussphase: Projektarbeit und Bachelorarbeit, oft mit Bezug zum eigenen Arbeitgeber möglich

Alle fünf Hochschulen sind staatlich anerkannt und ihre Studiengänge akkreditiert — prüfbar in den Datenbanken des Akkreditierungsrats und des Hochschulkompasses. Was ein Fernabschluss generell wert ist, klärt der Ratgeber Fernstudium-Anerkennung. Die echten Unterschiede liegen im Theorie-Niveau (universitär in Hagen, anwendungsorientiert an den Fachhochschulen), im Prüfungsmodell und in der Startlogik: Private lassen dich jederzeit oder monatlich beginnen, die Fernuni nur zum Winter- und Sommersemester.

Wie viel Mathe steckt wirklich drin?

Die ehrliche Antwort: mehr, als die Werbeseiten vermuten lassen — und sie ist die häufigste Abbruchursache, nicht das Programmieren. Im ersten Studienjahr stehen überall Lineare Algebra, Analysis und Logik auf dem Plan, dazu theoretische Informatik mit Beweisen und Automatentheorie. An der Fernuni Hagen ist das Niveau universitär und wird ohne Rücksicht auf Schulpausen durchgezogen; die privaten Fachhochschulen rechnen anwendungsnäher, erlassen dir den Stoff aber nicht.

Drei Dinge helfen wirklich: Erstens ein Brückenkurs Mathematik vor dem Start — fast jede der fünf Hochschulen bietet einen an. Zweitens der kostenlose Selbsttest studicheck.de, mit dem du dein Schulwissen vorab ehrlich prüfst. Drittens die Reihenfolge: Wer die Mathe-Module früh ablegt statt sie zu schieben, hat die kritische Phase hinter sich, bevor Motivation und Urlaubstage knapp werden. Wenn du dagegen vor allem programmieren willst und Mathe dich abschreckt, schau dir alternativ Studiengänge wie Softwareentwicklung oder IT-Management an — die Übersicht aller Vergleiche findest du unter Fernstudium.

Staatlich oder privat: der ehrliche Preisvergleich

Die Fernuniversität in Hagen ist der Preisanker: Deutschlands einzige staatliche Fernuni nennt für den gesamten B.Sc. Informatik in Vollzeit rund 2.100 € (Stand: Oktober 2026) — etwa ein Siebtel des günstigsten privaten Angebots. Der faire Vergleich:

KriteriumFernuni HagenPrivate Fernhochschulen
Gesamtkostenca. 2.100 €ca. 13.900–19.300 €
Studienstart2× jährlichjederzeit bzw. monatlich
Zulassungkein Fachabitur; beruflich Qualifizierte jaalle Wege inkl. Fachhochschulreife
Theorie-Niveauuniversitär, beweislastiganwendungsorientiert (FH)
Prüfungenfeste Klausurterminemeist flexible Online-Klausuren
Betreuungstark selbstorganisiertStudycoaches, straffe Modulpläne

Die Übersetzung: Bei den Privaten bezahlst du einen fünfstelligen Aufpreis für Flexibilität, Betreuung und eine höhere Ankommenswahrscheinlichkeit neben dem Vollzeitjob. Wer hohe Selbstdisziplin, solide Mathe-Basis und die volle Hochschulreife mitbringt, spart mit Hagen über 10.000 €. Zu den Werten der Tabelle kommen teils einmalige Prüfungsgebühren (960 € bei AKAD; bei der Wilhelm Büchner Hochschule sind laut ZFU-Datenbank 695 € externe Prüfungskosten im Gesamtpreis von 13.943 € enthalten, Stand: Oktober 2026). Welche Fördertöpfe und Steuerhebel die Rechnung senken, sortiert der Ratgeber Fernstudium finanzieren.

Spezialisierungen: Wo die Anbieter sich wirklich unterscheiden

Beim Pflichtkern sind sich alle einig, bei den Vertiefungen nicht. Die Wilhelm Büchner Hochschule ist der Technik-Spezialist im Feld — Informatik ist dort kein Anhängsel ans BWL-Portfolio, sondern Kerngeschäft mit eigenen Studiengängen für Data Science, IT-Sicherheit sowie KI und Maschinelles Lernen, falls du dich früh festlegen willst. Die SRH führt ihren Studiengang als Angewandte Informatik mit wählbarem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz oder Wirtschaftsinformatik. Die IU setzt auf ein breites Wahlmodul-System von Cyber Security bis Game Engineering. AKAD positioniert sich praxisnah mit Business-Nähe, und die Fernuni Hagen bietet die klassisch-universitäre Informatik — die beste Basis, wenn später ein Master oder eine Forschungsrichtung infrage kommt.

Berufsaussichten und Gehalt: Was ist der Abschluss 2027 wert?

Der IT-Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt — die Goldgräberjahre 2021/22 sind vorbei, Junior-Stellen sind umkämpfter geworden. Trotzdem bleibt das Fundament stabil: Laut Bitkom fehlten der deutschen Wirtschaft 2025 rund 109.000 IT-Fachkräfte. Der Stepstone Gehaltsreport 2025 weist für IT-Berufe ein Medianbruttogehalt von rund 58.000 € im Jahr aus; den Abgleich für einzelne Zielberufe und Regionen erlaubt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Für Quereinsteiger:innen heißt das: Der Bachelor ist die formale Eintrittskarte, reicht allein aber seltener als früher. Am stärksten ist die Kombination aus Abschluss plus nachweisbarer Praxis — eigene Projekte, Werkstudententätigkeit oder die schrittweise Übernahme von IT-Aufgaben beim aktuellen Arbeitgeber während des Studiums. Genau darin liegt der strukturelle Vorteil des berufsbegleitenden Formats gegenüber dem Vollzeitstudium: Du sammelst Berufsjahre, während andere nur studieren. Welche Wege in die IT sonst noch funktionieren, zeigt der Ratgeber Quereinstieg-Berufe.

Entscheidungshilfe: Welche Hochschule passt zu deiner Situation?

  • Maximal günstig, hohe Selbstdisziplin, solide Mathe-Basis: Fernuni Hagen — konkurrenzlos im Preis, universitär im Anspruch
  • Technik-Fokus mit transparentem Festpreis: Wilhelm Büchner Hochschule — der Informatik-Spezialist, günstigster privater Gesamtpreis; die dünne Bewertungslage des Studiengangs (3,0 bei nur 2 Bewertungen) unbedingt per Probemonat selbst prüfen
  • Maximale Zeitflexibilität und große Community: IU mit Modellen bis 72 Monate und der größten Bewertungsbasis
  • KI-Schwerpunkt ab Semester eins: SRH mit der Angewandten Informatik (Schwerpunkt Künstliche Intelligenz)
  • Business-nahe IT-Rolle als Ziel: AKAD — oder gleich der Vergleich benachbarter Studiengänge in der Übersicht Fernstudium

Bevor du unterschreibst: Gesamtpreis inklusive aller Prüfungs- und Verlängerungsgebühren schriftlich geben lassen, die kostenlose Probephase für ein echtes Mathe-Modul nutzen (nicht nur fürs Einführungsvideo) und prüfen, ob dein Wunsch-Schwerpunkt wirklich als Vertiefung existiert oder nur als Marketingwort. Ein Informatik-Fernstudium ist eine Drei- bis Sechs-Jahres-Entscheidung — die beste Hochschule ist die, deren Mathe-Modul du auch in einer vollen Arbeitswoche durchstehst.

Häufige Fragen

Welche Hochschule ist für ein Informatik-Fernstudium am besten?

Das hängt vom Kriterium ab: Nach Preis ist die staatliche Fernuni Hagen mit rund 2.100 € konkurrenzlos, verlangt aber maximale Selbstorganisation und akzeptiert kein Fachabitur. Unter den Privaten ist die Wilhelm Büchner Hochschule der Technik-Spezialist mit dem günstigsten verbindlichen Gesamtpreis (ca. 13.943 € lt. ZFU-Datenbank), die IU hat mit 160 Bewertungen die größte Erfahrungsbasis auf FernstudiumCheck. Einen für alle besten Anbieter gibt es nicht.

Was kostet ein Informatik-Fernstudium insgesamt?

An der staatlichen Fernuni Hagen rund 2.100 € für den gesamten Bachelor in Vollzeit (laut Hochschule, Stand: Oktober 2026). Private Fernhochschulen liegen regulär bei ca. 13.900 bis 19.300 € Gesamtkosten je nach Zeitmodell, teils zuzüglich einmaliger Prüfungsgebühren (960 € bei AKAD). Fast alle Privaten fahren laufend Rabattaktionen — vergleiche trotzdem immer die regulären Preise.

Kann ich Informatik im Fernstudium ohne Abitur studieren?

Bei den privaten Fernhochschulen ja: mit Aufstiegsfortbildung (Meister:in, Techniker:in, Fachwirt:in) direkt, mit Berufsausbildung plus Berufserfahrung über eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium — die Details regelt das Landeshochschulrecht am Hochschulsitz. An der Fernuni Hagen gilt: Zugang für beruflich Qualifizierte ja, Fachhochschulreife allein reicht für den Bachelor dagegen nicht.

Wie schwer ist der Mathe-Anteil im Informatik-Fernstudium?

Er ist die häufigste Abbruchursache — das sollte niemand schönreden. Lineare Algebra, Analysis, Logik und theoretische Informatik machen im ersten Studienjahr einen erheblichen Teil aus, an der Fernuni Hagen mit universitärem Anspruch, an den Fachhochschulen etwas anwendungsnäher. Wer länger aus der Schule raus ist, sollte vorab einen Brückenkurs einplanen; die Fernuni bietet mit studicheck.de einen kostenlosen Selbsttest.

Lohnt sich ein Informatik-Fernstudium für den IT-Quereinstieg noch?

Ja, aber mit realistischen Erwartungen: Der IT-Arbeitsmarkt hat sich seit 2023 abgekühlt, laut Bitkom fehlten 2025 dennoch rund 109.000 IT-Fachkräfte. Der Stepstone Gehaltsreport 2025 nennt für IT-Berufe ein Mediangehalt von rund 58.000 € brutto im Jahr. Der Bachelor allein öffnet keine Türen mehr automatisch — die Kombination aus Abschluss, Praxisprojekten und erster Berufserfahrung (etwa über Werkstudium oder interne Projekte beim Arbeitgeber) tut es weiterhin zuverlässig.