Studiengang-Vergleich

Psychologie im Fernstudium 2027: Welche Hochschule lohnt sich wirklich?

9 Hochschulen im ehrlichen Vergleich — von der Fernuni Hagen (ca. 2.100 €) bis ca. 18.600 € privat. Plus: die ehrliche Antwort zur Approbation.

bildungsweiser Redaktion · 31. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

Neun Hochschulen bieten den Psychologie-Bachelor (B.Sc., 180 ECTS) im Fernstudium an, mit Laufzeiten von 36 bis 72 Monaten. Die Preisspanne reicht von ca. 2.100 € an der staatlichen Fernuni Hagen bis ca. 18.648 € im längsten IU-Zeitmodell. Der wichtigste Punkt vorab: Kein einziges dieser Fernstudien ist approbationskonform — wer Psychotherapeut:in werden will, braucht seit der Reform 2020 ein entsprechendes Studium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule in Präsenz. Für alle anderen Berufsziele (HR, Beratung, Markt- und Gesundheitspsychologie) ist das Fernstudium ein vollwertiger Weg.

Psychologie im Fernstudium: Anbieter im Vergleich

Sortierung alphabetisch. Kosten laut Anbieter (Stand: Oktober 2026); Bewertungen stammen von der jeweils verlinkten externen Plattform. Mit „Partner“ markierte Anbieter vergüten Vermittlungen (Transparenz) — auf Auswahl und Darstellung hat das keinen Einfluss.

Anbieter Abschluss Dauer Gesamtkosten Bewertung Aktion
AKAD University B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36–72 Monate ca. 13.284–15.768 € zzgl. 960 € Prüfungsgebühr 4,5/5 (20) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
APOLLON Hochschule B.Sc. Angewandte Psychologie, 180 ECTS 36–48 Monate (+ bis zu 50 % kostenlose Verlängerung) k.A. (ab 249 €/Monat) 4,6/5 (25) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
DIPLOMA Hochschule B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36–48 Monate (Ratenmodelle bis 72 Monate) ca. 11.052–12.744 € zzgl. 695 € Prüfungsgebühr — Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
Euro-FH B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36–48 Monate (+ kostenlose Verlängerung 18/24 Monate) k.A. (ab 259 €/Monat) 4,5/5 (136) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
Fernuniversität in Hagen (staatlich) B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36 Monate (Vollzeit); Teilzeit individuell (Studiengang läuft bis 2032 aus) ca. 2.100 € (gesamt) 4,0/5 (48) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
HFH Hamburger Fern-Hochschule B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36 Monate (Vollzeit) / 48 Monate (Teilzeit) 12.600–15.600 € 4,3/5 (74) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
IU Internationale Hochschule B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36–72 Monate ca. 14.364–18.648 € 4,4/5 (166) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
PFH Private Hochschule Göttingen B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36–60 Monate k.A. (zzgl. 650 € Prüfungsgebühr) — Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)
SRH Fernhochschule B.Sc. Psychologie, 180 ECTS 36 Monate (Zahlmodelle 36–72 Monate) ca. 16.164–17.928 € 4,5/5 (210) Zur Hochschule (öffnet in neuem Fenster)

Psychologie ist eines der meistgesuchten Fernstudienfächer Deutschlands — und das mit den meisten Missverständnissen. Neun Hochschulen bieten den Bachelor an, die Preisspanne reicht von rund 2.100 € bis fast 18.650 €. Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten bzw. verlinkten Bewertungsplattformen (Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr); keiner der gelisteten Anbieter ist aktuell Partner von bildungsweiser. Bevor du die Tabelle sortierst, klären wir die Frage, an der die meisten Studienpläne scheitern.

Kann ich mit dem Fernstudium Psychotherapeut:in werden?

Die ehrliche Antwort: nein — Stand Oktober 2026 mit keinem einzigen Psychologie-Fernstudium. Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes zum 1. September 2020 führt nur noch ein approbationskonformer Weg zur Approbationsprüfung: ein polyvalenter Psychologie-Bachelor plus ein Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie, beide nach den Vorgaben der Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule — inklusive berufspraktischer Einsätze, die sich nicht per Studienbrief absolvieren lassen.

Alle neun verglichenen Anbieter sagen das inzwischen selbst, wenn auch unterschiedlich deutlich: Die IU schreibt, mit dem Online-Studium sei keine Approbation möglich; AKAD nennt den eigenen B.Sc. ausdrücklich „nicht approbationskonform”; SRH, HFH, DIPLOMA, Euro-FH, APOLLON und PFH verweisen für die Therapeutenlaufbahn auf ein Universitätsstudium. Auch der aktuelle Hagener B.Sc. taugt nicht als Einstieg — Klinische Psychologie gehört dort nicht zum Curriculum, wie die FAQ der Fakultät klarstellt. Zwei Entwicklungen solltest du aber kennen: Die Fernuni Hagen lässt den jetzigen Bachelor auslaufen und arbeitet an einem polyvalenten Nachfolger (laut Fakultät voraussichtlich ab 2028) — als Universität könnte sie damit erstmals einen approbationstauglichen Fern-Bachelor schaffen, einen passenden Master plant sie bislang nicht. Und die PFH Göttingen bietet einen approbationskonformen polyvalenten B.Sc. plus M.Sc. Klinische Psychologie und Psychotherapie an — allerdings nur im Campusstudium in Göttingen, nicht im Fernstudium; die berufsrechtliche Anerkennung des Masters lief zuletzt noch im Verfahren. Wer Therapeut:in werden will, sollte also nicht ins Fernstudium starten und auf eine spätere Umbuchung hoffen — die Anbieter schließen genau das aus.

Für wen eignet sich Psychologie im Fernstudium?

Für alle, deren Berufsziel nicht die Heilkunde ist: Personal- und Organisationsentwicklung, Markt- und Werbepsychologie, Beratung und Coaching, Gesundheitsförderung, UX-Research. Der B.Sc. umfasst überall 180 ECTS mit dem klassischen Kanon — Allgemeine, Differentielle, Sozial- und Entwicklungspsychologie, Diagnostik und vor allem Statistik und Methodenlehre. Letzteres ist der ehrliche Härtetest: Wer sich „Menschen verstehen” erhofft und Regressionsanalysen bekommt, bricht ab. Mehrere Anbieter orientieren ihre Curricula an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), damit der Übergang in fachpsychologische Master klappt. Realistisch sind 15 bis 35 Wochenstunden Lernaufwand je nach Zeitmodell (so etwa die PFH-Angaben für ihre drei Varianten) — neben einem Vollzeitjob ist das längere Modell meist die ehrlichere Wahl.

Die NC-Frage: Warum das Fernstudium der einfachste Zugang ist

An Präsenzuniversitäten gehört Psychologie zu den härtesten NC-Fächern — im Fernstudium spielt die Abiturnote dagegen keine Rolle: Alle neun Hochschulen schreiben ohne Numerus clausus ein. Die Privaten akzeptieren (Fach-)Hochschulreife ebenso wie beruflich Qualifizierte mit Aufstiegsfortbildung oder Ausbildung plus Berufserfahrung. Die Fernuni Hagen ist auch zulassungsfrei, verlangt aber die volle Hochschulreife (Fachhochschulreife reicht nicht) bzw. den Weg über die Zugangsprüfung — und schreibt nur zweimal im Jahr ein, zuletzt vom 1. Juni bis 31. Juli für das Wintersemester. Welche Wege es im Detail gibt und wo die Fallstricke liegen, sortiert der Ratgeber Psychologie studieren ohne NC.

Berufsperspektiven ohne Approbation: Gehälter und Einsatzfelder

Der Arbeitsmarkt für Psycholog:innen jenseits der Therapie ist breiter, als die Approbationsdebatte vermuten lässt. Laut Stepstone-Gehaltsdaten (Stand 2026) liegt das Bruttomediangehalt für Psycholog:innen in Deutschland bei rund 46.800 € im Jahr (Spanne: 38.600–55.700 €), für Wirtschaftspsycholog:innen bei rund 45.000 € (Spanne: 38.300–53.300 €) — Quelle: Stepstone Gehaltsplaner. Für einzelne Zielberufe und Regionen lohnt der Abgleich im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Typische Einsatzfelder nach dem Fern-Bachelor: HR und Recruiting, Personalentwicklung, Marktforschung, betriebliches Gesundheitsmanagement, Sozial- und Bildungsträger. Zwei Einordnungen dazu: Die Berufsbezeichnung „Psychologin/Psychologe” setzt den Master voraus, den du bei den meisten Anbietern per Fernstudium anschließen kannst. Und in Gehaltsverhandlungen zählt die Kombination aus Berufserfahrung plus Abschluss — genau die Stärke des berufsbegleitenden Wegs.

Kostenvergleich: staatlich ab 2.100 €, privat ab 11.000 €

Die Fernuni Hagen ist der Preisanker: rund 2.100 € für den gesamten Bachelor (60 € Grundgebühr plus Beleggebühren je Semester) — etwa ein Sechstel des günstigsten privaten Angebots. Dafür gibt es feste Einschreibfenster, Klausurtermine statt flexibler Online-Prüfungen, viel Selbstorganisation und die Unsicherheit des auslaufenden Studiengangs (geplantes Ende: 2032; Neueinschreibung ist weiterhin möglich, lange Teilzeitmodelle aber nicht mehr). Bei den Privaten reicht die Spanne von ca. 11.052 € (DIPLOMA, 36-Monats-Raten) bis ca. 18.648 € (IU im 72-Monats-Modell), plus einmalige Prüfungsgebühren von 650 € (PFH, DIPLOMA: 695 €) bis 960 € (AKAD). APOLLON, Euro-FH und PFH nennen Gesamtpreise nur im Infomaterial — lass sie dir vor der Unterschrift schriftlich geben. Und vergleiche immer die regulären Preise: Fast alle Anbieter fahren dauerhaft Rabattaktionen mit vierstelligen Nachlässen, die den Vergleich vernebeln. Welche Fördertöpfe, Steuer- und Ratenmodelle die Rechnung senken, zeigt der Ratgeber Fernstudium finanzieren.

Anerkennung und Akkreditierung: Worauf du wirklich achten musst

Alle neun Hochschulen sind staatlich anerkannt, ihre Studiengänge akkreditiert und die Fernlehrgänge ZFU-zugelassen — im Zweifel prüfbar in der Datenbank des Akkreditierungsrats. Der B.Sc. aus dem Fernstudium ist damit formal gleichwertig mit jedem Präsenzabschluss; Arbeitgeber unterscheiden hier längst nicht mehr. Ein brauchbares Qualitätssignal oberhalb der Pflicht-Akkreditierung ist die Anerkennung durch den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), mit der etwa Euro-FH, SRH und APOLLON werben, sowie die Orientierung an den DGPs-Standards — wichtig, falls du später einen fachpsychologischen Master an einer anderen Hochschule anschließen willst. Die Grenze der Anerkennung bleibt die eine: Approbationskonformität ist ein eigenes Kriterium jenseits der Akkreditierung, und dort fällt aktuell jedes Fernstudium durch. Wie Anerkennung bei Fernabschlüssen generell funktioniert, erklärt der Ratgeber Fernstudium-Anerkennung; weitere Studiengang-Vergleiche findest du im Fernstudium-Hub. Vor der Unterschrift gilt wie immer: Gesamtpreis schriftlich, Verlängerungsregeln lesen, Probemonat wirklich nutzen — und beim Berufsziel Psychotherapie gar nicht erst im Fernstudium starten.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem Fernstudium Psychotherapeut werden?

Nein — Stand Oktober 2026 führt kein Psychologie-Fernstudium in Deutschland zur Approbation. Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes (1. September 2020) braucht es dafür ein approbationskonformes Bachelor- plus Masterstudium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule; alle neun verglichenen Fernhochschulen schreiben selbst, dass ihr B.Sc. diesen Weg nicht öffnet. Die Fernuni Hagen plant einen polyvalenten Nachfolge-Bachelor (laut Fakultät voraussichtlich ab 2028), die PFH bietet den approbationskonformen Weg nur im Campusstudium in Göttingen an — nicht im Fernstudium.

Was kostet ein Psychologie-Fernstudium insgesamt?

An der staatlichen Fernuni Hagen rund 2.100 € für den gesamten Bachelor. Private Fernhochschulen liegen bei ca. 11.000 bis 18.650 € je nach Zeitmodell (Stand: Oktober 2026), dazu kommen teils einmalige Prüfungsgebühren von 650–960 €. APOLLON, Euro-FH und PFH nennen öffentlich nur Monatsraten bzw. gar keine Preise — dort den Gesamtpreis vor der Einschreibung schriftlich geben lassen.

Ist ein Psychologie-Fernstudium anerkannt?

Ja. Alle neun verglichenen Hochschulen sind staatlich anerkannt und die Studiengänge akkreditiert — prüfbar in der Datenbank des Akkreditierungsrats. Der B.Sc. aus dem Fernstudium ist formal gleichwertig mit einem Präsenzabschluss; mehrere Anbieter (z. B. Euro-FH, SRH, APOLLON) sind zusätzlich vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) anerkannt. Die eine Ausnahme bleibt die Psychotherapie: Dafür zählt nicht die Akkreditierung, sondern die Approbationskonformität — und die hat keines der Fernstudien.

Kann ich Psychologie ohne NC im Fernstudium studieren?

Ja. An allen neun Hochschulen gibt es keinen Numerus clausus — auch an der Fernuni Hagen nicht, die als Universität zulassungsfrei einschreibt. Der Unterschied liegt woanders: Die Privaten akzeptieren auch Fachhochschulreife und beruflich Qualifizierte (z. B. mit Fachwirt- oder Meisterabschluss) und lassen dich jederzeit starten; die Fernuni verlangt die volle Hochschulreife bzw. den Weg über die Zugangsprüfung für beruflich Qualifizierte und schreibt nur zum Sommer- und Wintersemester ein.

Darf ich mich nach dem Fernstudium Psychologe nennen?

Mit dem Bachelor allein noch nicht. Die Berufsbezeichnung Psychologin/Psychologe setzt nach gängiger Auffassung (und laut den Anbietern selbst) ein abgeschlossenes Masterstudium der Psychologie voraus. Mit dem B.Sc. arbeitest du in psychologienahen Rollen — etwa HR, Beratung, Marktforschung oder Gesundheitsförderung — und kannst einen Fern-Master anschließen, den mehrere der verglichenen Hochschulen anbieten.